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Smart TV dank Videoweb! Mit der IP-Box von Videoweb machen Sie Ihre Fernseher startklar für interaktive Apps

Smart TV ist in aller Munde. Damit gemeint ist die Verbindung von Fernsehen und Internet in Form von Filmabrufen, Mediatheken oder dem Zugriff auf Multimedia-Dateien des eigenen PCs über den Fernseher. Doch dafür muss ein neues TV-Gerät her, denn die alten Fernseher besitzen keinen Internetzugang. Einfacher und günstiger geht es mit der IP-Box von Videoweb, die einen Fernseher ohne Internetanschluss nachträglich smart machen will. In einer Videoweb-News haben wir Ihnen die Box schon einmal vorgestellt, aber was taugt die Box im Alltag und welche Funktionen bietet sie wirklich? TVAnbieter.de zeigt Ihnen, was das Gerät alles kann.

Die kompakte Videoweb-Box ergänzt den Fernseher um einen Internetanschluss. Dadurch können auf dem TV-Gerät zum Beispiel die Mediatheken der Sender dargestellt werden. Und es geht noch mehr mit der Box. (Quelle: Videoweb)

Die kompakte Videoweb-Box ergänzt den Fernseher um einen Internetanschluss. Dadurch können auf dem TV-Gerät zum Beispiel die Mediatheken der Sender dargestellt werden. Und es geht noch mehr mit der Box. (Quelle: Videoweb)

Sie haben den letzten „Tatort“ verpasst? Kein Problem, in der Mediathek der ARD können Sie sich die Folge auch nach der Ausstrahlung noch anschauen. Bisher ging das nur auf dem Computer. Die neueste Fernsehergeneration hingegen kann selbst auf die Mediatheken der TV-Sender zugreifen. Darüber hinaus bieten diese oft bezeichneten Smart TV auch einen verbesserten Videotext mit Bildern und Grafiken. Hinzu kommen Anwendungen wie zum Beispiel den Zugriff auf das Portal von Bild.de, Video on Demand (VoD) Dienste oder Zugriff auf Youtube.

Wer schon einen Flatscreen hat, aber jetzt kein Geld für ein neues Smart TV-Gerät mit eigenem Internetanschluss ausgeben will, sollte sich die Videoweb-Box einmal genauer anschauen. Sie ergänzt den Fernseher Zuhause um eben jene Smart-TV-Anwendungen. Voraussetzung ist jedoch ein Internetzugang, der nicht zu lahm sein sollte. 6 MBit/s sind Minimum, mit mindestens 16 Mbit/s ist man auch bei Streaming-Videos in HDTV auf der sicheren Seite.

Ausstattung und Anschluss

Die kompakte Videoweb-Box 600S misst 19,2 x 15 cm und ist damit nicht viel größer als eine DVD-Hülle, mit einer Höhe von 3,4 cm lediglich etwas dicker als diese. Auf der Rückseite besitzt sie neben dem Anschluss für das 12-Volt-Netzteil, zwei USB-2.0- und eine LAN-Buchse sowie ein HDMI- und einen S/PDIF-Digitaltonausgang. An der Seite befindet sich ein Einschub für SD/SDHC-Karten. Der Standby-Schalter wurde auf die Box gesetzt.

Die Videoweb-Box besitzt keinen Anschluss für Kabel- oder Satellitenfernsehen. An der Seite befindet sich noch ein SD/SDHC-Kartenslot. (Quelle: Videoweb)

Die Videoweb-Box besitzt keinen Anschluss für Kabel- oder Satellitenfernsehen. An der Seite befindet sich noch ein SD/SDHC-Kartenslot. (Quelle: Videoweb)

Der Anschluss an den Fernseher ist schnell erledigt. Das mitgelieferte HDMI-Kabel wird in die Box und den Fernseher gesteckt. Sobald das Gerät mit dem Stromkabel verbunden ist, fährt es entgegen der Beschreibung in der Bedienungsanleitung automatisch hoch. Die Standby-Taste muss nicht gedrückt werden.

Die ersten Schritte – Inbetriebnahme

Als erstes werden Sie nach der Internetverbindung gefragt. Die Box lässt sich über ein LAN-Kabel, das übrigens nicht mitgeliefert wird, an den DSL-Router anschließen. Alternativ kann man den Zugang zum Internet auch drahtlos per WLAN einrichten. Da sich der Fernseher in den meisten Haushalten relativ weit weg vom DSL-Router befindet, haben wir in unserem Gerätetest die WLAN-Variante gewählt. Anschließend sucht die Videoweb-Box nach vorhandenen WLAN-Netzen. Nachdem Sie das eigene Heimnetzwerk ausgewählt haben, geben Sie das Passwort ein und die Konfiguration wird mit einer Prüfung der Verbindung beendet.

Im zweiten Schritt der Installation wird eine Software-Aktualisierung durchgeführt. In unserem Fall dauerte sie rund zwei Minuten. Anschließen startet die Box noch einmal automatisch neu und das Einstiegsportal erscheint. Insgesamt dauert die Inbetriebnahme knapp zehn Minuten.

Die Videoweb-Box begrüßt Sie mit einem relativ leeren Einstiegsportal. Es ist noch genügend Platz für Ihre zusätzlichen Apps. (Quelle: Videoweb)

Die Videoweb-Box begrüßt Sie mit einem relativ leeren Einstiegsportal. Es ist noch genügend Platz für Ihre zusätzlichen Apps. (Quelle: Videoweb)

Bevor die Box aber genutzt werden kann, ist eine Registrierung notwendig, die am PC durchgeführt wird. Den Link zur Registrierung erhalten Sie, wenn Sie im Einstiegsportal de Menüpunkt „Services & Apps“ zum ersten Mal auswählen. Neben Namen und Geburtsdatum müssen Sie in der Registrierung auch Ihre Postanschrift angeben, wobei nicht ganz klar ist, wozu Videoweb diese Daten benötigt. Obwohl in der Bedienungsanleitung noch etwas von einem Bestätigungs-PIN per E-Mail steht, war die Box nach der Registrierung bereits startklar.

Bevor die Videoweb-Box genutzt werden kann, müssen Sie sich über ihren PC registrieren. Wozu Videoweb Daten wie Geburtstag, Geschlecht oder Adresse benötigt, ist allerdings fraglich.

Bevor die Videoweb-Box genutzt werden kann, müssen Sie sich über ihren PC registrieren. Wozu Videoweb Daten wie Geburtstag, Geschlecht oder Adresse benötigt, ist allerdings fraglich.

So installieren und nutzen Sie Apps

Unter „Services & Apps“ können Sie nun aus verschiedenen Rubriken einzelne Apps auswählen. Diese stehen nach der Installation direkt im Einstiegsportal zur Verfügung. Bei der Auswahl werden leider keine weiterführenden Informationen zu den Apps gegeben, so dass nicht immer klar ist, was sich konkret dahinter verbirgt. Immerhin: Die Anwendungen sind allesamt kostenlos, Sie können alle Apps also risikolos ausprobieren und wieder löschen.

Über 100 kostenlose Apps bietet die Videoweb-Box. Nach der Installation können sie im Einstiegsportal aufgerufen und installiert werden. (Quelle: Videoweb)

Über 100 kostenlose Apps bietet die Videoweb-Box. Nach der Installation können sie im Einstiegsportal aufgerufen und installiert werden. (Quelle: Videoweb)

Da es der Videoweb-Box an Empfangsteilen für Kabel- oder Satellitenfernsehen fehlt, können Sie über die Box selber kein TV-Programm schauen. Deshalb ist dies Zattoo-App die erste Wahl. Die Applikation bringt 60 TV-Kanäle über das Internet auf den Fernseher, darunter die Programme von ARD und ZDF sowie auch Privatsender wie DMAX oder Sport 1. RTL und RTL 2, Vox, Sat.1 sowie ProSieben und Kabel 1 fehlen allerdings. Daher ist die Box kein vollwertiger Ersatz für einen Digitalreceiver, sondern nur parallel dazu interessant.

Um Zattoo nutzen zu können, ist erneut eine Registrierung über Ihren PC notwendig. Wenn Sie bereits über Ihren PC bei Zattoo registriert sind, müssen Sie vor der ersten Nutzung über die Videoweb-Box Gerät nur einmalig Ihre E-Mail-Adresse mit Passwort eingeben. Dann stehen Ihnen neben den TV-Programmen auch ein elektronischer Programmführer (EPG), die Mediatheken der Zattoo-Sender sowie deren Videotext zur Verfügung. Die App kann auch direkt an der Fernbedienung über die Taste mit dem Bildschirmsymbol gestartet werden.

Mit Zattoo können über die Videoweb-Box auch TV-Sender empfangen werden. Allerdings fehlen die Programme von RTL und ProSiebenSat.1.

Mit Zattoo können über die Videoweb-Box auch TV-Sender empfangen werden. Allerdings fehlen die Programme von RTL und ProSiebenSat.1.

Festplatte und SD/SDHC-Karte nutzen

Über den Mediaplayer auf der Box können Videos, Bilder oder Musik wiedergegeben werden, die sich auf externen Datenträgern wie Festplatten oder USB-Sticks befinden, welche über die USB-Schnittstellen an die Box angeschlossen werden. Darüber hinaus ist es auch möglich, innerhalb Ihres Heimnetzwerkes auf eine Festplatte auf dem PC zuzugreifen und Inhalte von dort über das WLAN an die Box zu senden.

Mit dem Mediaplayer können Multimediadateien von externen Datenträgern oder aus dem Heimnetzwerk wiedergegeben werden. (Quelle: Videoweb)

Mit dem Mediaplayer können Multimediadateien von externen Datenträgern oder aus dem Heimnetzwerk wiedergegeben werden. (Quelle: Videoweb)

Um den SD/SDHC-Kartenslot zu nutzen, müssen Sie zuerst die Plastikabdeckung abbrechen. Für den Einschub der Karte benötigen Sie lange Fingernägel, bevor diese in die übliche Klickvorrichtung einschnappt. Entsprechend schwer lässt sich die Karte mit kurzen Fingernägeln wieder aus dem Slot entfernen.

Bei der Wiedergabe von Bildern im JPG- und Musikstücken im MP3-Format traten keine Probleme auf. Jedoch verweigerte die Box bei AVI- und MOV-Videos den Dienst. Dagegen spielte Sie MPG-, MP4- und VOB-Dateien problemlos ab. Vor- und zurückspulen war ebenfalls möglich. WMV- und TS-Videos werden hingegen nur abgespielt, ohne dass gespult werden kann. Bei FLV-Dateien fror der Mediaplayer ein. Über die Home-Taste kommen Sie in einem solchen Fall aber zurück ins Einstiegsportal.

Das muss noch verbessert werden

Die Videoweb-Box bietet einige interessante Zusatzdienste, wenngleich sie doch an der ein oder anderen Stelle verbessert werden könnte. So vergeht beim Start der Box rund eine Minute, bis sie betriebsbereit ist. Zattoo braucht bei unserer WLAN-Anbindung (Dual-Band-Router, 32-MBit/s-Internetzugang) drei bis vier Sekunden, bevor Bild und Ton eine akzeptable Qualität erreichen. Ein hochwertigeres HD-Bild gibt es bei Zattoo nur gegen Bezahlung. Dann fallen auch die Werbespots beim Umschalten auf einen anderen Sender weg. Ruckelnde oder fehlerhafte Bilder konnten wir bei keiner App feststellen.

Die Bedienungsanleitung hält mit der Entwicklung der Software allem Anschein nach nicht ganz Schritt. Noch älter ist das interaktive Handbuch im Internet. Dort besitzt die Box noch einen Sat-Tuner und kann als digitaler Videorekorder genutzt werden. Dies ist mit der heutigen Version des Gerätes nicht mehr möglich. Ein wirklicher Nachteil im Umgang mit der Box ist die Bedienungsanleitung aber nicht.

Dank der Internetverbindung und der Browser-App können Sie über die Videoweb-Box auch im World Wide Web surfen. Allerdings ist das Navigieren auf Webseiten sowie die Eingabe einer Web-Adresse über die Fernbedienung unkomfortabel. Ebenso langwierig gestaltet sich die Suche nach einem Youtube-Video oder einem Film bei maxdome. Eine Fernbedienung mit integrierter Tastatur würde diese Vorgänge wesentlich erleichtern.

Maxdome bietet über 45.000 Titel. Der Großteil kostet zwischen 3 und 6 Euro, aber es gibt auch kostenlose Videos. Das Streaming aller App-Inhalte funktioniert einwandfrei, die Bildqualität ist akzeptabel.

Maxdome bietet über 45.000 Titel. Der Großteil kostet zwischen 3 und 6 Euro, aber es gibt auch kostenlose Videos. Das Streaming aller App-Inhalte funktioniert einwandfrei, die Bildqualität ist akzeptabel.

Fazit: Günstiger als ein neuer Fernseher, aber mit kleinen Einschränkungen

Insgesamt lohnt sich die Anschaffung der Videoweb-Box für all diejenigen, die aus Ihrem Fernseher einen Smart TV machen wollen und sich dabei nicht an dem kleinen Kasten unter dem Fernseher stören. Für 150 Euro, die das Gerät kostet, finden Sie im Gegensatz keinen  neuwertigen Flatscreen mit Internetanschluss und integriertem Smart TV-Menü. Videoweb bringt Sie dagegen mit der IP-Box nachträglich auf den aktuellen Stand der Technik. Wenn Sie besonders gerne Filme von Ihrer PC-Festplatte auf den Fernseher streamen möchten, oder Blockbuster über ein Videoportal oder die Online-Mediathek anschauen, hat die Box alles was Sie brauchen. Für das freie Surfen im Internet eignet sich die Box weniger, hier liefern neue TV-Geräte aber selten bessere Lösungen. Kleines Manko ist außerdem, dass die Box nicht auch als Receiver dienen kann und Fernsehen und Internet damit getrennt voneinandern genutzt werden müssen, inklusive der Startzeit der Box.