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HDTV: Diese 2 Fallen müssen Sie bei der Auswahl Ihrer HD-Geräte beachten

Brillante Farben und schärfere Bilder – das sind die offensichtlichen Vorteile von HDTV gegenüber Standard Definition TV, kurz SDTV. Immer mehr Sender strahlen ihr Programm in der verbesserten Qualität aus und versprechen ein neues Fernseherlebnis. Als Zuschauer müssen wir dafür jedoch tief in die Tasche greifen, denn HD-Geräte sind noch immer teuer. Ob sich der Umstieg lohnt und welche Fallen Sie beim Kauf umgehen müssen, lesen Sie in diesem Beitrag!

SD vs. HD: So unterscheidet sich das neue Format vom Vorläufer

Der sichtbare Unterschied zwischen SD und HD liegt in der Anzahl der Bildpunkte (Pixel), um ein Bild darzustellen. Generell gilt hierbei: Je mehr Bildpunkte auf einer Fläche verwendet werden, desto gestochener wirkt ein digitales Bild. Ein Bild bei SDTV besteht beispielsweise nur aus 720 horizontalen x 576 vertikalen Bildpunkten. Bei HDTV sind es entweder 1.280 x 720 oder sogar 1.980 x 1.080 Bildpunkte. Multipliziert man die horizontalen und vertikalen Bildpunkte, ergibt sich für SDTV eine Auflösung von etwas mehr als 400.000 Bildpunkten, wohingegen HDTV mit bis zu zwei Millionen Bildpunkten aufwartet.

Darüber hinaus können aufgrund der höheren Auflösung auch größere Bilder dargestellt werden, ohne dass die Bildschärfe verloren geht. Die Technologie eines Röhrenfernsehers ist bei einer Bildschirmdiagonale von 82 cm ausgereizt. Ein Flachbildfernseher ist in der Regel zwischen 93 und 116 cm groß, die Luxusmodelle besitzen sogar Bildschirmdiagonalen bis 178 cm. Auf ihnen wirken SDTV-Wiedergaben also etwas unschärfer, Filme in HDTV sehen Sie hingegen gestochen scharf. Das Breitbildformat ist bei HDTV-Übertragung übrigens Standard und löst das 4:3-Format aus dem SDTV-Zeitalter ab.



Die höhere Auflösung des HDTV-Bildes (rechts) sorgt für mehr Details. Die Bildqualität hängt jedoch noch von anderen Faktoren ab. (Quelle: Thomson)

Falle 1: Unterscheiden Sie HD ready und Full HD

HD ist in der Praxis jedoch nicht HD – darauf müssen Sie beim Kauf eines Geräts unbedingt achten. Experten unterscheiden HD ready und Full HD. Warum? Mit der Einführung von HD vor einigen Jahren variierte bei Flachbildschirmen die Anzahl der Bildpunkte, so dass nicht jedes Modell die für HDTV notwendige Auflösung besaß. Deshalb wurde das HD-ready-Logo eingeführt. Fernseher müssen gewisse Standards erfüllen, um das Logo zu bekommen. Dazu zählen unter anderem:

  • eine horizontale Auflösung von mindestens 720 Pixeln
  • ein Seitenverhältnis von 16:9

Mit der zunehmenden technischen Verbesserung der Flachbildfernseher verfügen diese nun über eine höhere horizontale Auflösung als 720 Bildpunkte. Sie besitzen in der Horizontalen über 1.080 Pixel, was der Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten entspricht. Daher werden solche Fernseher mit einem Full-HD-Logo beworben.

Falle 2: Beachten Sie die Qualitätsunterschiede durch Interlace und Progressive Bildaufbauverfahren

Je nach Maße des Geräts müssen Sie ferner noch das Bildaufbauverfahren beachten. Beim Zeilensprungverfahren werden zwei Halbbilder zu einem TV-Bild zusammengefügt. Dabei werden im ersten Halbbild nur die ungeraden und im zweiten die geraden Zeilen aufgebaut, was früher bei den Röhrenfernsehern das Flimmern verhinderte. Dieses Verfahren wird auch als „Interlace“ bezeichnet und sendet pro Sekunde 50 Halbbilder auf Ihren Bildschirm.

Dagegen wird beim Vollbildverfahren jede Zeile nacheinander aufgebaut. Die englische Bezeichnung lautet „Progressive“. Statt 50 Halbbildern sehen Sie hierbei 25 Vollbilder pro Sekunde, was eine höhere Bewegungsschärfe mit sich bringt. Während bei SDTV nur das Zeilensprungverfahren genutzt wird, greift man bei HDTV auf beide Verfahren zurück, derzeit auf 720p (progressive = Vollbilder) und 1.080i (interlace = Halbbilder).

Dadurch ergibt sich jedoch ein Problem: Mit 720p wird zwar das augenfreundlichere Vollbildverfahren angewendet, jedoch ist die Auflösung und damit die Schärfe des Bildes geringer als bei 1.080i, das dagegen mit ruckelnden Bildern zu kämpfen hat, wenn es zu schnellen Kameraschwenks etwa bei Sportübertragungen kommt. Optimal wäre demnach also 1.080p, eine hohe Auflösung und fließende Bewegungen. Doch diese Wiedergabe bieten derzeit nur Blu-ray-Player – kein TV-Sender, denn 1.080p kostet zurzeit noch zu viel Bandbreite bei der Übertragung.

Fazit: HDTV ist die Zukunft – die Qualität praktisch jedoch noch eingeschränkt

HDTV wird mittelfristig das alte SDTV ablösen. Daher sollten Sie bereits heute beim Kauf eines neuen TV-Geräts darauf achten, dass das Gerät Full-HD unterstützt. Das progressive Bildaufbauverfahren ist grundsätzlich von Vorteil bei der Darstellung, da die Bilder flüssiger wirken und keine Unschärfe aufweisen. Diese Technik ist für sehr große Flachbildschirme allerdings noch nicht ausgereift, weshalb Ihnen für diese im Moment nur die Alternative 1080i bleibt. Gleichzeitig vermag ein großer Bildschirm trotzdem das etwas unschärfere Format 720p anzeigen. Blue-Ray Filme sehen Sie darauf auch heute schon in der bestmöglichen Qualität.  Das HD-Format und der passenden Bildaufbau geben Ihnen eine Entscheidungshilfe beim Kauf eines neues TV-Geräts, sie alleine sorgen jedoch noch nicht für ein perfektes Bild. Denn entscheidend für die Darstellung sind letztendlich auch die eingesetzte Set-Top-Box sowie die Verbindung der Geräte.