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Kein Ärger beim Anbieterwechsel!
Unsere Checkliste stellt klar, worauf Sie bei der Kündigung Ihres TV-Anschlusses achten müssen

Ein Anbieterwechsel soll einfach sein, ist es aber meistens nicht. So manche kleingedruckte Fußangel im Vertrag des Pay-TV-Anbieters oder Kabelnetzbetreibers sorgt dann plötzlich für eine ungewollte Verlängerung der Vertragslaufzeit und somit für zusätzliche Kosten. Damit das nicht passiert, verrät Ihnen unsere Checkliste, wie Sie am sichersten kündigen.

Im heutigen Fernseh-Angebot verstecken sich viele Kombi-Pakete, die Ihnen mehrere Dienste aus einer Hand bieten. Neben Anbietern wie Sky bieten auch Kabelnetzbetreiber eigene Pay-TV-Pakete an. Über das Kabel können Sie zudem im Internet surfen oder telefonieren. Das geht auch mit den IPTV-Angeboten der Deutschen Telekom (Entertain) sowie bei Vodafone TV und Alice TV. Egal ob Sky, Kabel oder IPTV, mit allen Anbietern müssen Sie einen Vertrag abschließen. Bei der Kündigung sollten Sie jedoch unbedingt auf einige Dinge achten, damit keine doppelten Kosten entstehen.

Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland bieten Fernsehen, Internet und Telefon aus einer Hand - IPTV-Anbieter wie Vodafone oder die Deutsche Telekom auch. Wer wechseln will, muss auf einige Vertragsklauseln achten. (Bildquelle: Kabel Deutschland)
Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland bieten Fernsehen, Internet und Telefon aus einer Hand – IPTV-Anbieter wie Vodafone oder die Deutsche Telekom auch. Wer wechseln will, muss auf einige Vertragsklauseln achten. (Bildquelle: Kabel Deutschland)

Check 1: Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist beachten

Wie bei jedem anderen Vertrag müssen Sie auch bei einem Pay-TV-Abonnement auf die Mindestvertragslaufzeit und die Kündigungsfrist achten. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt in der Regel ein Jahr und verlängert sich automatisch wieder um diesen Zeitraum, wenn nicht innerhalb der Kündigungsfrist das Vertragsverhältnis aufgehoben wird. Bei den meisten Anbietern muss der Vertrag zwei oder drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit schriftlich gekündigt werden.

Über die Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen informieren die TV-Anbieter auf ihren Webseiten. Solche Informationen stehen auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Anbieter, die Sie hier herunterladen können.

Check 2: Kündigen in schriftlicher Form notwendig

Eine Kündigung per E-Mail ist zwar schnell erledigt, sollte aber nur dann gewählt werden, wenn der Anbieter eine solche Kündigung ausdrücklich akzeptiert. Es kann aber auch festgelegt sein, dass der TV-Anbieter auf eine Kündigung per Brief oder Fax besteht.

Fordern Sie in jeden Fall in Ihrem Schreiben eine Bestätigung der Kündigung an, denn von Rechtswegen her müssen Sie Ihre Kündigung belegen können. Behauptet der Anbieter, Ihre E-Mail oder Ihr Brief sei gar nicht oder nicht rechtzeitig angekommen, sitzen Sie in der Klemme, wenn Sie nicht belegen können, dass Ihr Schreiben fristgerecht eingereicht wurde. Daher ist besonders bei kurzfristigen Kündigungen ein Einschreiben der sicherste Weg.

Check 3: Vorsicht vor bei Probe-Abos!

Haben Sie sich für einen neuen TV-Anbieter entschieden, achten Sie besonders auf werbewirksame Probe-Abos. Als Neukunden erhalten Sie häufig zusätzliche Pay-TV-Pakete, die Sie dann in der Regel drei Monate lang kostenlos testen können. Bei den Kabelnetzbetreibern ist es jedoch üblich, dass Sie solche Abos innerhalb der ersten beiden Monate des neuen Vertrags selbstständig und unaufgefordert kündigen müssen. Geschieht dies nicht, verlängert sich die Laufzeit des Probe-Abos automatisch auf die gesamte Vertragslaufzeit, wodurch Ihnen weitere Kosten entstehen. Solche Probe-Abos müssen Sie genau wie den regulären Vertrag beim Anbieter kündigen, beachten Sie auch hier die Laufzeit und Kündigungsform.

Check 4: Rücksendung der TV-Hardware

Empfangsgeräte wie z. B. eine Set-Top-Box oder ein CI-Plus-Modul werden Ihnen für die Dauer des Vertrags nur geliehen, Sie müssen diese Geräte nach der Kündigung also wieder zurück an den Anbieter schicken. Das gilt auch für die Smartcard, die Ihnen für den TV-Empfang überlassen wurde. Sollten Sie die Set-Top-Box jedoch vom Anbieter gekauft haben, bleibt diese natürlich in Ihrem Besitz. Die Smartcard müssen Sie dann dennoch wieder an den TV-Anbieter zurückschicken.

Sowohl für die Karte als auch für die Hardware sollte der Versand per Einschreiben erfolgen. Informieren Sie sich bei Ihrem Anbieter nach der richtigen Adresse für die Rücksendung. Manchmal hat der Anbieter ein externes Unternehmen für die Abwicklung der Empfangshardware beauftragt, so dass die Rücksendung an die Firmenzentrale nur zu Irrläufern oder schlimmstenfalls zum Verlust der Hardware führt, für den Sie aufkommen müssen.

In der Regel leiht Ihnen der TV-Anbieter die Empfangsgeräte wie etwa eine Set-Top-Box, die Smartcard oder ein CI-Plus-Modul für die Dauer des Vertrags nur aus. Wird dieser gekündigt, muss die Hardware an den Anbieter zurückgeschickt werden. (Bildquelle: Kabel Deutschland)
In der Regel leiht Ihnen der TV-Anbieter die Empfangsgeräte wie etwa eine Set-Top-Box, die Smartcard oder ein CI-Plus-Modul für die Dauer des Vertrags nur aus. Wird dieser gekündigt, muss die Hardware an den Anbieter zurückgeschickt werden. (Bildquelle: Kabel Deutschland)

Check 5: Die zusätzliche Kündigung des Kabelanschlusses

Bei Ihrem Kabelschluss kommt es zunächst einmal darauf an, ob Sie mit einem Kabelnetzbetreiber einen Einzelnutzervertrag abgeschlossen haben, dann können Sie diesen beim Netzbetreiber ohne Probleme kündigen. In vielen Fällen sorgt jedoch der Vermieter für den Kabelanschluss. Die Kosten dafür werden auf alle Mieter eines Wohnobjekts in den Mietnebenkosten umgelegt. In diesem Fall können Sie nicht aus dem Vertrag aussteigen und müssen Ihren Anteil an den gemeinschaftlichen Kosten weiter tragen, auch wenn Sie den Kabelanschluss nicht mehr nutzen.

Während der Einzelnutzungsvertrag mit einem reinen Pay-TV-Anbieter wie Sky relativ schnell gekündigt werden kann, ist die Kündigung des digitalen Kabelanschlusses etwas komplizierter, denn in der Regel besteht Ihr TV-Kabelvertrag aus zwei Komponenten: zum einen aus dem Empfang digitaler TV-Programme, zum anderen aus der Bereitstellung des reinen Kabelanschlusses an sich. Sie haben natürlich die Möglichkeit, ein einzelnes abonniertes Kabel-TV-Paket zu kündigen, ohne dass gleich Ihr Kabelanschluss gekappt wird. Anders herum reicht es aber eben nicht aus, nur das TV-Paket zu kündigen, wenn Sie beispielsweise zu einem IPTV-Anbieter wechseln wollen. Damit nach dem Wechsel die Kosten für den Kabelanschluss nicht weiterhin anfallen, muss auch dieser rechtzeitig gekündigt werden.

Check 6: Besonderheiten bei Triple-Play

Unter einem Triple-Play versteht man die Bündelung aus Fernsehen, Internet und Telefon. Alle drei Komponenten werden in dabei von nur einem Anbieter wie beispielsweise dem Kabelnetzbetreiber oder dem IPTV-Anbieter bereitgestellt. Wollen Sie Ihren Vertrag über ein solches Triple-Play-Produkt kündigen, müssen Sie darauf achten, dass keine Versorgungslücken entstehen. Ohne Fernsehen kommen Sie sicherlich ein paar Tage aus, aber ohne Internetzugang oder gar Telefon?

Wenn Sie den Triple-Play-Anbieter wechseln möchten, also z. B. von einem Kabelanschluss auf IPTV umsteigen wollen, können Sie Ihre alte Telefonnummer auch behalten, wenn der neue Anbieter eine sogenannte Portierung der Nummer übernimmt. In diesem Fall regelt Ihr neuer TV-Anbieter auch die Kündigung des alten Vertrags. Sie sollten im Vorfeld allerdings klären, ob dies nur für das Produkt Telefon oder auch für TV und Internet gilt.

Natürlich gelten die Kündigungsfristen Ihres alten Vertrags auch dann, wenn die Kündigung nicht durch Sie sondern durch Ihren neuen Anbieter vorgenommen wird. Vereinbaren Sie den neuen Vertrag also erst passend zum Auslauf des alten Vertrags, damit sich die Laufzeiten der Verträge Ihres alten und neuen TV-Anbieters nicht überschneiden und doppelte Kosten mit sich bringen.

Check 7: Achtung – beim Umzug gilt keine Sonderkündigung

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem vergangenen Jahr ist ein Umzug kein Grund mehr, einen Vertrag über einen Internetzugang zu kündigen, wenn der gleiche Anbieter am neuen Wohnort nicht dieselbe Leistung bereitstellen kann. Bisher konnten Sie als Verbraucher hier vielfach eine Sonderkündigung einreichen, diese ist damit nicht mehr rechtskräftig. Das gilt nach Ansicht von Rechtsexperten auch für Verträge über Triple-Play-Produkte. Der BGH sieht das Risiko, eine bezogene Leistung wegen eines Umzugs nicht mehr nutzen zu können, allein beim Endkunden. Die Gründe für einen Umzug sind vom Leistungsanbieter nicht beeinflussbar, weshalb dieser bis zum Vertragsende den gesamten monatlichen Preis für ein Triple-Play-Angebot verlangen kann.

Check 8: Keine GEZ-Befreiung

Die reine Kündigung Ihres TV-Anbieters befreit Sie nicht von der Zahlung der Rundfunkgebühr. Ausschlaggebend hierfür ist der Besitz eines Geräts, mit dem Sie in der Lage sind, Rundfunk zu empfangen. Ob Sie es tatsächlich tun oder nicht, spielt keine Rolle. Neben dem Fernseher gelten auch internetfähige Computer oder Smartphones als Rundfunkempfangsgeräte.

Fazit:  Die GEZ-Gebühren können Sie auch mit einer Kündigung Ihres TV-Vertrags nicht einsparen, ansonsten lassen sich mit unserer Checkliste vor allem doppelte Kosten und ungewollte Vertragsverlängerungen vermeiden. Die nachfolgende Tabelle listet die Links zu den AGB der TV-Anbieter, in denen Sie konkrete Hinweise zu den einzelnen Vertragsmodellen finden.

  • Vermeiden Sie Probleme bei der Kündigung:
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