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Wer zeigt ab 2013 die Bundesliga live? Sky, Telekom und Vodafone im Kampf um den Ball

Artikel vom 17. Januar 2012 18:39

Es ist die schönste Nebensache der Welt – und um das Verlangen nach dem geliebten König Fußball zu stillen, greift manch einer tief in die Tasche. Das wissen auch Sky, die Telekom und Vodafone, und liefern sich deswegen einen Kampf um die am heißesten umworbenen Lizenzen im deutschen TV: die Bundesliga-Rechte. Aktuell hat die DFL die Ausschreibung für die Übertragungsrechte ab Spielzeit 2013/2014 eröffnet. Lesen Sie hier, welche Rechte vergeben werden, wer mit pokert und wer dabei ein Ass im Ärmel hält.


Die DFL vergibt verschiedene Arten von Übertragungsrechten, den sogenannten audiovisuellen Verwertungsrechten, die jeweils einzeln verhandelt werden. Für die exklusiven Live-Spiele wird neben der klassischen Ausstrahlung über Satellit und Kabel noch zwischen IPTV und den Mobilfunkrechten unterschieden, welche erstmals auch getrennt als Mobile und Web vergeben werden könnten. Auch für Aufzeichnungen wie sie in der Sportschau gezeigt werden, müssen die Anstalten bieten. Zur Diskussion stehen seit Ende Dezember jedoch nicht nur die Saison 2013/2014, sondern die gesamten Übertragungsrechte bis 2017, also für insgesamt vier Spielzeiten. Bis April wird sich der Poker voraussichtlich noch hinziehen.

Satellit und Kabel – keiner kommt an Sky vorbei

Für den gängigsten Übertragungskanal, der in Deutschland immer noch die meisten Zuschauer erreicht, hat sich seit über drei Jahren Sky die Rechte gesichert. Davor wurde die Bundesliga von der Marke Premiere ausgestrahlt, die in die Sky Deutschland AG umfirmiert wurde.  Für 306 Live-Spiele pro Saison zahlt Sky nach eigenen Angaben 275 Millionen Euro jährlich. Dass sich das lohnt, zeigt eine im Dezember veröffentlichte Statistik. Demnach schalten 11% aller Männer ab 14 samstags Sky ein, über 3 Millionen Deutsche schauen jedes Wochenende die Bundesliga live auf Sky. 1,27 Millionen sahen alleine am 13. Spieltag die Partie des Rekordmeisters FC Bayern München gegen den aktuellen Deutschen Meister Borussia Dortmund.

Aktuell gibt es für die Sat-Rechte keinen starken Kabelnetzbetreiber als Konkurrenten, der Interesse an einem Wettstreit mit Sky hätte. Und auch wenn die Telekom ein leichtes Interesse geäußert hat, wird Sky die Rechte aller Voraussicht nach behalten. Die Telekom entwickelt zwar ihr Entertain-Angebot mit Entertain Sat zu einer hybriden Plattform, die auch Satelliten-Kunden bedienen kann und mit der Bundesliga gerne ein attraktiveres Angebot bieten würde.  Jedoch hält die Telekom selbst keine Rundfunklizenz, und die Ausstrahlung über einen Partner wie die Constantin Medien würde für die zu 32% in Staatsbesitz befindliche Telekom seitens der Kommission zur Ermittlung zur Konzentration im Medienbereich (KEK) wohl nicht genehmigt, wie digitalfernsehen.de feststellte.

Sky lockt seit Beginn des Jahres mit einer Sonderaktion, in der nicht nur sämtliche Fußball-Spiele sondern das gesamte Sky-Paket noch bis 30. Juni 2012 zum halben Preis zu haben sind. (Quelle: Sky)

Noch hat Sky die Rechte bis Mitte 2013 aber auf jeden Fall sicher. Wenn Sie derzeit über Satellit schauen, können Sie Sky zu jedem Zeitpunkt einfach dazu bestellen. Sehen Sie Fernseh über Kabel, müssen Sie eventuell Ihren Receiver gegen das kostenlos von Sky zur Verfügung gestellte Gerät austauschen. Derzeit sind nämlich nur die Receiver von Kabel Deutschland, Unitymedia und KabelBW von vornherein mit Sky kompatibel. Für diese drei Anbieter müssen Sie Sky lediglich Ihre Smartcard- und Receivernummer nennen, und schon können Sie die zusätzlichen Programme empfangen. Sind Sie Kunde bei einem anderen Kabelanbieter, stellt Ihnen Sky einen neuen Receiver zur Verfügung. Hier gehen Sie umgekehrt vor und teilen Ihrem Kabelnetzbetreiber die Nummer der neuen Sky-Smartcard mit, damit dieser seine digitalen Programme über diese Smartcard an Sie sendet. Aktuell bietet Ihnen Sky sogar ein besonders günstiges Angebot, bei dem Sie Sky für die gesamte Rückrunde zum halten Monatspreis sehen!

IPTV – Vodafone macht der Telekom Beine

Bisher hat die Deutsche Telekom die IPTV-Rechte der Bundesliga. Mit LIGA total! hat sie damit ein Pay-TV Paket geschnürt, mit dem IPTV-Kunden von Telekom Entertain in den Genuß der Live-Spiele, benutzerdefinierten Konferenzen und auf Wunsch einem speziellen BVB oder HSV Fan-Paket  kommen. LIGA total! erhalten Sie nur im Zusammenhang mit Entertain, eine Bestellung des einzelnen Pakets ohne Zusatzleistungen wie Internet und digitales Fernsehen gibt es nicht. Die IPTV-Rechte hat die Telekom bisher eher für einen Spotpreis erwerben können, war der Konkurrenzdruck bisher doch noch eher gering. Das wird sich für die aktuelle Ausschreibung bereits ändern.

Noch besitzt die Telekom die IPTV-Rechte der Bundesliga und bietet mit LIGA total! ein flexibles Fußball-Erlebnis. (Quelle: Entertain Chance (B)log)

Ganz neu ins Spiel kommt hier Vodafone. Der IPTV-Anbieter möchte langsam aus dem Schatten der Telekom treten und hat mit Kampagnen wie „Alt gegen neu TV“ zuletzt verstärkt auf sich aufmerksam gemacht. Nun hat  Vodafone auch ein ernsthaftes Interesse an der IPTV-Lizenz geäußert. Über die Plattform Vodafone TV  könnten damit nur Kunden des aufsteigenden IPTV-Anbieters die Live-Spiele via Internet-Fernsehen empfangen. Das wäre definitiv ein herber Rückschlag für die Telekom, die mit Sicherheit alles für den Erhalt der Rechte tun wird.

Mobile Endgeräte – Sky und Telekom auf Augenhöhe

Diese Lizenz liegt für die aktuelle und die nachfolgende Saison 2012/2013 bei der Telekom. Sie macht LIGA total! damit über „MobileTV“ auch auf Smartphones und Tablets zugänglich. Besonders dieser Markt verspricht ein großes Wachstum, denn die Verbraucher legen immer mehr Wert auf die mobile Unterhaltung „to go“. Da auch Sky mit seinem Paket „Sky Go“ einen mobilen Zugang zum eigenen TV-Angebot geschaffen hat, ist Sky für die neue Ausschreibung ebenfalls an den Mobilfunkrechten der Bundesliga interessiert. Hier könnte es tatsächlich zum Showdown kommen, denn wenn sowohl die Telekom als auch Sky mit Sat und IPTV ein Bundesliga-Vermarktungsrecht erwerben, ist die Erweiterung ihres Service auf sämtlich Endgeräte für die Kundschaft der nächste logische Schritt. Zudem befinden sich sowohl MobileTV als auch Sky Go in wichtigen Wachstumsphasen und würden enorm von der Lizenz profitieren.

Free-TV – Sportschau könnte aus dem Vorabend verschwinden

Auch das Modell „Sportschau“ wird im Zuge der Rechtevergabe wieder neu diskutiert. Anbietern wie Sky, die viel Geld in den Erwerb der Live-Bilder stecken, ist naturgemäß wenig an der öffentlichen Ausstrahlung gelegen. Wenn es nach Sky geht, sollte am frühen Samstagabend noch keine unverschlüsselte Zusammenfassung zu sehen sein.  Die ARD zahlt aber ebenfalls kein nettes Sümmchen für dieses Vorrecht mit garantiert hohen Zuschauerquoten, ist aber wie bereits betont nicht bereit, bis ins unermessliche mitzubieten. Die DFL diskutiert sogar die Möglichkeit, erste Mitschnitte abends zunächst im Internet anzubieten. Im Fernsehen werden erste Bilder möglicherweise nicht vor 21.45 Uhr zu sehen sein, was viele Zuschauer erheblich ärgern dürfte. Noch sind hier aber keine Entscheidungen getroffen.

In diesen Highlights aus 50 Jahren Sportschau wird auch die Problematik der Übertragungsrechte thematisiert, das Thema ist also nicht neu. (Quelle: Youtube)

Internet – Kommt die Bundesliga ins Web?

Erstmals könnten die Lizenzen auch unterteilt werden, in eine mobile und eine webbasierte Variante. Auf Tablets und Smartphones wären dann die Streams über einen gesonderten Kunden-Login zugänglich. Webbasierte Rechte erlauben beispielsweise erste Spieltags-Szenen, Tor-Zusammenfassungen oder Interviews für die gesamte Internet-Community. Außer Sky und der Telekom finden sich dafür plötzlich ganz neue Konkurrenten im Boot. So haben unter anderem Yahoo, ProSiebenSat1 und die Bild-Zeitung Interesse an den Web-Rechten verlauten lassen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass die Sportschau im Free-TV in die späten Abendstunden weichen muss, würden die Web-Rechte als Zweitverwertung stark an Wert gewinnen.

Internationale Spiele – Champions League und Nationalmannschaft

Die Rechte für die Champions League, den DFB-Pokal und die Nationalmannschaft sind schon länger in trockenen Tüchern. Sat1 hat dabei die Übertragung der Königsklasse an das ZDF verloren, schon ab diesem Jahr werden die Top-Spiele der erfolgreichsten europäischen Vereine für die kommenden drei Jahre  auf dem öffentlich-rechtlichen Sender zu sehen sein. Die Kosten dafür werden auf 54Millionen Euro geschätzt. Im Bezahlfernsehen sendet Sky alle Spiele der Champions League live. Für die Spiele der Europa League ab Sommer 2012 hat sich dagegen im Free-TV noch kein Käufer gefunden. Die beliebten Spiele der deutschen Nationalmannschaft wie auch des DFB-Pokals werden ebenfalls auf ARD und ZDF gezeigt.

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